Talent, Können und die pure Freude am Spaß

Montag, 8. Februar 2010 16:33 | Autor: Olaf Sander

Der verehrenswerte Thomas Quasthoff, wie ihr ihn vielleicht noch nicht kennt.

Thomas Quasthoff als Special Guest bei Bobby McFerrin zum Jazz Fest Wien am 01.07.2008 in der Wiener Staatsoper. (Mein Gott, wäre ich da gerne dabei gewesen…)

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Thomas Quasthoff und das Spardosen-Terzett. It´s all Blues…

Oh yaeh!

Und jetzt lass es wackeln!

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Hütet euch vor Daniel Pipes! (es sein denn, ihr wollt den totalen Krieg)

Freitag, 5. Februar 2010 23:30 | Autor: Olaf Sander

Daniel wer? Muss man den kennen?

Eigentlich nicht, aber besser wäre es schon. Denn er gehört nach eigenen Angaben zu den “Who’s Who in the World”, hat das Middle East Forum gegründet, in Harvard Geisteswissenschaften studiert, am US Naval War College gelehrt, hat im US Außen- und Verteidigungsministerium gearbeitet, ist dort Mitglied der “Special Task Force on Terrorism and Technology”, einer besonderen Arbeitsgruppe zu Terrorismus und Technologie und er schreibt in Springers “Welt”.

In einem Artikel auf “Welt-Online” legt er seine Sicht auf die Welt dar. Und die ist schlicht gesagt eine Mischung aus konservativem Neoliberalismus und Goebbelscher Propaganda.
Ganz offen fordert Pipes Präsident Obama auf, doch endlich mal den Iran zu bombardieren, weil, wir wissen bereits am Stichwort um was geht, die Atompolitik der iranischen Regierung alles andere als duchsichtig ist. Aber nicht nur die Atombombe als solche schwebt als Damoklesschwert über dem Weltfrieden, sondern auch – und das höre bzw. lese ich heute zum ersten Mal – elektromagnetische Impulse, mit denen die wild gewordenen Iraner die USA bombardieren (?) und zerstören könnten.

Gerade jetzt, ich wollte auf der Homepage der Welt den Artikel noch einmal nachlesen damit ich keinen Unsinn schreibe, ist der Artikel nicht mehr auffindbar.

Natürlich ist einer wie Pipes, der so eine wichtige Botschaft für die Deutschen hat, nicht darauf angewiesen, dass ein Verlag seine Artikel online hält, nicht mal dann, wenn der Verlag “Springer” heißt und möglicherweise selbst denen so viel geballte Demagogie nicht geheuer ist oder unpassend erscheint.
Deshalb schreibt Pipes es auch noch einmal in seinem Blog, was uns die Möglichkeit gibt, seinen in Schleifchen verpackten Hass auf die Muslime dieser Welt zu bewundern. Oder uns angewidert abzuwenden.

Seine These ist kurz erzählt. Die Iraner wollen die Weltherrschaft und Obama kann nur dann ein angesehender und erfolgreicher amerikanischer Präsident werden, wenn er die Atomanlagen im Iran bombardiert.

Mal abgesehen davon, dass die Amerikaner ohnehin schon fast an ihren vielen außenpolitischen Verpflichtungen zu ersticken drohen, es innenpolitisch auch nicht viel besser aussieht und ein Krieg gegen den Iran schon allein deshalb Wahnsinn wäre – aber warum diese Propaganda? Und warum gerade jetzt?

Der Iran hat signalisiert im Atomstreit einzulenken und die Forderungen des Westens zu erfüllen. Das könnte, wie so oft, Taktik der iranischen Machthaber um Mahmud Ahmadinedschad sein. Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass der Iran wirklich einlenkt, einfach deshalb, weil es eben gar nicht so einfach ist eine Atombombe zu bauen und eine Rakete, die dieses massenmordende Paket zum Ziel transportiert.
Die überraschende Teilnahme des iranischen Außenministers Manutschehr Mottaki an der Münchner Sicherheitskonferenz, lässt laut tagesschau.de jedenfalls hoffen, dass es so ist.

Wenn Pipes betont, dass es in seinem “Strategievorschlag” an Obama nicht darum ginge eine Regimewechsel durchzuführen, sondern “nur” die Atomanlagen zu bombardieren, dann gibt es zwei Möglichkeiten: entweder er will Krieg und ruft die Geister herbei oder er ist unendlich naiv, dumm und deshalb seinen Harvardabschluss nicht wert.
Denn Fakt ist, dass es sich der Iran sicher nicht gefallen lassen wird, wenn die USA – und mit ihr vermutlich auch die NATO – deren Atomanlagen bombardieren. Da spielt es den Amerikanern auch nicht in die Hände, dass das iranische Volk die eigenen Teufel Mahmud Ahmadinedschad und Ali Chamene’i (Chamene’i ist der der politische und religiöse Führer, Ahmadinedschad der Präsident) aus den Tempeln jagen wollen und deshalb schon seit längerem Aufstände proben. Greift die USA den Iran an werden die Iraner den Iran verteidigen, egal, was für ein Vollidiot das Land gerade regiert. Man muss nicht Islamwissenschaften oder den Nahen Osten studiert haben, um das zu verstehen.

Daniel Pipes ist ein Hetzer, ein Spalter, ein Demagoge par excellence. Man darf ihm nicht zuhören. Was aber wirklich nachdenklich stimmen sollte ist, dass er auch in Deutschland hetzt. Wir sind nämlich in der NATO.

Update: Der Bildblog nimmt sich auch des Themas an. Erst über Pipes selbst und dann noch über die BILD und ihre “saubere Recherche:

Artikel über Pipes: Ein schlechter Clausewitz
Artikel über Bild: Die Irreführung von Teheran

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Wie viele Nullen hat eine Milliarde gleich noch mal?

Freitag, 5. Februar 2010 13:07 | Autor: Olaf Sander

Na ja, eigentlich ist das egal, weil es zumindest in der Politik Nullen sind, die mit den Nullen hantieren. Aber da erzähl ich nichts neues.

Die Zeit hat gestern eine wundervolle Infografik (pdf) veröffentlicht, die sehr anschaulich und beeindruckend die Verhältnissmäßigkeit des weltweiten finanzpolitischen Wahnsinns darstellt.

Bitte anschauen und mit dem Kopf schütteln.

Danke.

(via Fefe)

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75facher Mord, untermalt von der Ode “An die Freude”

Dienstag, 2. Februar 2010 20:29 | Autor: Olaf Sander

Kennt ihr das auch? Manchmal begegnen einem Menschen zum wiederholten Male, gleichwohl man sie nicht kennt, nie ein Wort mit ihnen gesprochen hat und das einzig Verbindende vielleicht nur die Buslinie ist, mit der jeder für sich an die Arbeit fährt. Es sind uns unbekannte Menschen die uns dennoch immer wieder ins Auge fallen, weil sie etwas an sich haben was die eigene Aufmerksamkeit erregt, aber worum man sich nicht weiter schert, weil der Kopf voll ist mit dem eigenen Alltag, mit Sorgen und Nöten, Wünschen, Hoffnungen und Plänen. Soweit so normal.

Seit dem August 2009 begegnen mir Menschen, die keinen Alltag mehr haben, keine Sorgen und Nöte, keine Wünsche und Hoffnungen und auch keine Pläne.

Sie sind nämlich tot*.

Begegnet sind mir diese Menschen das erste Mal in der Form einer Nachricht1. Dann in Gesprächen mit meiner Frau, mit Freunden und mit Verwandten. Und zu letzt traf ich auf sie, weil ein Verwandter von einem der Toten einen Kommentar auf meinen Artikel “Über Berlusconi, Schadenfreude und den ganzen Rest” hinterlassen hat. Er heißt Andy und das hat er geschrieben:

„Lieber Olaf,
ich habe heute zufällig deinen Beitrag über Borlusconi, Atommüll, Attentat, Demkratie, Europa, Fernsehen, Flüchtlinge, Lafontaine, Medien, Papst, Politik, Schadenfreude, Schäuble etc. gelesen und ich bin sehr froh auf diese Seite “gelandet” zu sein.
Ich bin einer von denen, welche einen Verwandten mit den 75 bootsflüchtlingen, die im August am Mittelmeer qualvoll sterben mussten, weil keiner ihnen helfen wollte, verloren hat.
Wir haben eine Interessengemeinschaft (boatp.team) bezüglich diese Geschichte gegründet und es baut uns auf, wenn wir Leute treffen, die diese Tat verurteilen und es würde uns freuen, wenn wir öffter solche Schreiben lesen würden. Dein Schreiben bezüglich Berlusconi: Du hast uns aus der Seele gesprochen. Wenn Berlusconi es so weit schaft, sein “christliches” Volk dazu zu bringen, Menschen in Not nicht mehr zu reten, fragen wir uns; und was macht Europa…..?????
Über die übrigen Thema, werde ich ein anderes Mal noch mehr schreiben. Wir, als boatp.team, family of the victims8/09, sind Dir aber für dein Beitrag dankbar.
viele Grüße
Andy“

Plötzlich sind mir diese unbekannten Toten nicht mehr unbekannt. War es bisher dem Empfinden nach „nur“ eine skandalöse Meldung und ungläubige Verwunderung darüber, dass das Geschehen nicht als Skandal wahrgenommen wurde, so ist es jetzt viel näher an mir dran, als mir lieb ist.

Ihr sollt mich bitte nicht falsch verstehen, denn ich bin Andy überaus dankbar für seinen Kommentar. Nur zwingt er mich damit auch, mich mit diesen Toten zu beschäftigen und mir bewusst zu machen, dass sie – todsicher – Opfer eines Verbrechens* wurden. Nun muss ich eine klare Position beziehen und diese auch laut machen. Verdrängen und den Alltag als Ausrede benutzen ist mir nicht mehr möglich.

Denn dies ist jetzt eine persönliche Sache.

Und jeder von Euch, der bis hier her gelesen hat, sollte den drei Wochen lang anhaltenden (!!!) langsamen 75fachen Mord an den Flüchtlingen persönlich nehmen – und zwar aus guten Gründen.

Es könnte nämlich sein, dass wir alle morgen schon in einer ähnlichen Situation sind wie diese Menschen und von dort flüchten müssen, wo wir leben. Die letzte große Flüchtlingsbewegung von uns Deutschen war vor ca. 20 Jahren, die vorletzte vor ca. 65 Jahren. Das ist beides also noch gar nicht so lange her und liegt beides innerhalb eines Menschenlebens. Es gibt überhaupt keinen Grund für uns anzunehmen, dass das, wegen welchen Ereignissen auch immer, nicht jederzeit wieder passieren könnte.

Wir Deutschen tragen aus mehreren Gründen die Verantwortung am Tod dieser Menschen mit. Als eine Nation, die stolz ist auf ihre Seefahrertradition, wäre es unsere Pflicht gewesen in dem Moment gegen dieses Verbrechen zu intervenieren, als es bei uns bekannt wurde. Alle die zu Werten gegossenen Leitsätze wie der, dass vor Gott und auf dem Meer alle Menschen gleich sind, wurden durch das Schweigen der deutschen Politik und der Unternehmer, die vom und mit dem Meer leben, obsolet. Übrig geblieben sind nur noch Phrasen.

Auch dürfte, nein muss, uns das befohlene Ignorieren von massenhaften Mord nicht fremd sein. Wir haben doch Erfahrungen. Nur sind es nicht wir, die jetzt gemordet haben, sondern die Malteser und die Italiener.
Wie bei den Nazis stillschweigend wegschaut wurde, als die Juden erst deportiert und dann vergast wurden, so schauen wir heute stillschweigend weg, wenn 75 afrikanische Flüchtlinge drei Wochen lang jämmerlich im Meer verrecken, weil Mitgliedsstaaten der EU einfach mal ein Exempel statuieren.

Das verstößt gegen alle unsere menschlichen, demokratischen und christlichen Werte und Wertvorstellungen und macht uns genau so schuldig, wie sich die Generation unserer Eltern und Großeltern schuldig gemacht hat. Wir haben nichts gelernt und die Konsequenzen tragen schon wieder die anderen.

Genau deshalb, liebe Freunde, ist die Sache so persönlich.

P.S.

* Bitte lesen und Hintergründe erfahren.

  1. ZDF Videotext, Fr 21.08.09, Tafel 127

    “Kapitäne ignorieren Schiffbrüchige: 75 Flüchtlinge tot,

    Zahlreiche afrikanische Flüchtlinge haben ihren Traum von einem besseren Dasein in Europa mit dem Leben bezahlt. Eine Gruppe von etwa 75 vornehmlich aus Eritrea stammenden Migranten kam nach Angaben der UN auf der Überfahrt von Libyen nach Italien zu Tode, nachdem ihrem Boot der Treibstoff ausgegangen war.”

    Zahlreiche Schiffe hätten das im Mittelmeer dümpelnde Boot passiert, ohne ihm zu Hilfe zu eilen, berichtete das Hochkommissariat für Flüchtlingsfragen (UNHCR). Die Organisation berief sich auf Aussagen der fünf Überlebenden.

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What the fuck is Oettinger talking about?

Dienstag, 26. Januar 2010 19:30 | Autor: Olaf Sander

Forget Westerwelle. Take Oettinger.

Thema: Allgemein, Medien, Politik, Wirtschaft | Kommentare (3)

Kristina Köhlers Doktortitel, ihre Lektion mit der Bild und offene Fragen aus einem offenen Brief

Donnerstag, 21. Januar 2010 14:20 | Autor: Olaf Sander

Sicherlich könnt ihr euch an den offenen Brief an Bundesfamilienministerin Kristina Köhler erinnern, den ich Anfang Dezember an sie geschrieben habe und in dem ich sie bat, uns ihre Sicht auf ihren Doktortitel zu erklären. Wie es nicht anders zu erwarten war, habe ich keine Antwort bekommen. Warum auch, ich bin ja nicht die Bild.

Die hat, wie das Medienmagazin „Zapp“ vom NDR gestern Abend berichtete, im Kern die gleichen Fragen gestellt wie ich. Allerdings reagierte Frau Köhler nicht gar nicht auf die Bild, sondern sauer, weshalb sie eine Anwaltskanzlei aus Hamburg bat, die Bild mit einem sechsstelligen Schmerzensgeldbetrag zu bedrohen.
So gesehen kann ich von Glück reden, dass mein Brief in der Fülle der Fanpost an Frau Köhler wohl unter den Tisch gefallen und von der Putzfrau entsorgt worden ist, denn sechsstellige Beträge kenne ich nur aus dem Fernsehen.

Nun lässt sich die Bild nicht mit Rechtsanwälten oder Schmerzensgelddrohungen Angst machen, denn die angedrohte Summe, die zwar nicht genannt wird dafür aber sechsstellig ist, dürfte für sie nur Peanuts sein. Immerhin verkauft der Axel Springer Verlag im Jahr so um die 990 Mio. Einzelexemplare der Bild (Auflage ca. 3,3 Mio. täglich) und hat selbst in den letzten zwei Jahren mit dem Verkauf von Anteilen aus der Pro7-Sat1-Gruppe und mit dem Verkauf von Regionalzeitungen ca. 720 Mio. Euro verdient1.

Sicher, das ist nicht alles nur Profit und für die Tasche, da geht noch genug an Kosten weg – im Gegensatz zu anderen Verlagshäusern aber geht es Springer außerordentlich gut und der Gewinn ist immer noch in dreistelliger Millionenhöhe.

Vielleicht ist das der Grund, warum Bild-Chefredakteur Kai Diekmann den Brief von Frau Ministerins Anwälten in seinem Blog mit Häme, statt mit Demut begegnete und das Anwaltsschreiben dort veröffentlichte. Das hat, man kann es nicht anders sagen, gezogen.
Frau Köhler reagierte und gab der Bild – ganz klar – ein Exklusivinterview und beantwortete auch noch alle Fragen im Blog von Kai Diekmann.

Na also, geht doch, möchte man meinen, aber das gilt wie so oft nur für den ersten Blick. Denn liest man sich das Interview durch merkt man schnell, dass Frau Ministerin zwar viel redet, aber eigentlich überhaupt nichts sagt. Die eigentliche Essenz des Interviews lautet: Wenn ich (K. Köhler) sage, das ist nicht so, dann ist das nicht so. Punkt.
Nach wie vor windet sich die Ministerin um eine klare Antwort, weil sonst nämlich klar wäre, dass sie sich den Doktortitel, nun ja, nicht selbst erarbeitet hat. Und das ist es ja, um was es hier geht.

Was aber klar ist, ist die Lektion, die Kristina Köhler von der Bild gelernt hat. Sie weiß jetzt, dass sie die Bild nicht „verärgern“ darf, weil die ihr sonst gehörig die Politik verhageln kann. Derart von der Bild vorgeführt, wird aus der kühlen Blonden schnell eine warme und wachsweiche Gesprächspartnerin und Kai Diekmann hat einen Strich mehr auf seiner Opferliste.

Es ist völlig klar, dass der Doktortitel die Kompetenzen der Frau Köhler schönen soll und dass sie selbst am wenigsten dafür getan hat. Da braucht in Zukunft keiner mehr nachzufragen. Nachdem die Bild das Thema noch mal so richtig als Sau durchs mediale Dorf getrieben hat, ist das auch nicht mehr nötig. Ab jetzt wird es nämlich langweilig fürs Volk.

Die Bild aber hat eine neue ministerielle Marionette, die Ministerin selbst noch immer ihr Gesicht und das Volk die Regierung, die es verdient.

Auch das ist Politik.

2

  1. Quelle: brand eins, Heft 01, Januar 2010, „Wo kommt das Geld her?“, Seite 28, Text: Ingo Malcher, www.brandeins.de
  2. Sicherlich wundert ihr euch, warum ich nicht auf den Blog von Kai Diekmann und die Bild verlinke. Das tue ich grundsätzlich nicht, jedenfalls nicht bei Diekmann und der Bild. Ich mag nämlich beide nicht, auch wenn ich zugeben muss, dass mich die Watschn von Kai Diekmann an Kristina Köhler amüsiert. Das ist aber kein Grund, meinen Prinzipien untreu zu werden. Die genannten Artikel und Interviews in Diekmanns Blog und der Bild sind recht einfach zu finden.

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“Klimaheld” Röttgens neuester Coup

Mittwoch, 20. Januar 2010 17:46 | Autor: Olaf Sander

Was haben wir nicht für einen tollen und fähigen Bundes”umwelt”minister. Nicht nur, dass er  Aufklärung in Sachen Biblis verhindert hat und ein Ex-Atomlobbyist ist, jetzt stellt er auch noch dem Fortschritt für grüne Umwelttechnik ein Bein. Aber sowas von…

Wie die Tagesschau berichtet, will die Bundesregierung die Vergütung für Solarstromanlagen noch in diesem Jahr generell um 15 Prozent kürzen, für Solaranlagen auf Ackerflächen sogar um 25 Prozent. Das gilt für Dachanlagen ab 1. April und für Anlagen auf Freiflächen ab 1. Juli, wie Bundes”umwelt”minister Norbert Röttgen ankündigte. Es würden damit, so der Minister, “Nutzungs- und Landschaftskonflikte” beseitigt werden. Dumm dabei ist nur, dass die meisten Anlagen in Deutschland auf Hausdächern installiert werden.

Röttgen räumte ein, die Kürzungen könnten einige Firmen der Branche hart treffen. Für ihn gelte aber, dass sich niemand “auf dem Subventionsbett” ausruhen dürfe. “Wir wollen keine Traumrenditen garantieren.” Das höhle die Akzeptanz für die Solarindustrie aus. “Der Abbau der Subventionierung ist Ausdruck des Erfolgs der Photovoltaik”, sagte Röttgen. Die Förderung diene der Markteinführung. Mit zunehmendem Erfolg müsse sich der Staat zurückziehen. Den Plänen Röttgens müssen noch das Kabinett und der Bundestag zustimmen.

So gesehen hätte ich da mal einen Vorschlag, Herr Röttgen:

Alle Betreiber von AKW bezahlen ab sofort die Entsorgung und Endlagerung ihres Atommülls selbst, denn:

Es soll sich keiner auf dem Subventionsbett ausruhen dürfen und der Abbau von Subventionierung ist Ausdruck des Misserfolgs der Atomkraft, deren Ende einige der drängendsten Nutzungs- und Landschaftskonflikte beseitigt.

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Hollywood macht China putt

Dienstag, 19. Januar 2010 15:54 | Autor: Olaf Sander

Vorweg; ich habe ihn nicht gesehen. Ich werde ihn mir wohl auch nicht anschauen, selbst dann nicht, wenn ich eine Einladung zum anschauen bekäme. Denn er kommt aus Hollywood, Los Angeles, und nur selten kommt einer der was taugt von dort.

“Avatar – Aufbruch nach Pandora” ist der neueste noch nie dagewesene Schinken, der derzeit durch die Kinos gepeitscht wird. Neu daran ist, dass er in 3D daher kommt.
Als Kind habe ich auch schonmal einen 3D-Film gesehen. In der DDR. Wir bekamen damals so lustige Pappbrillen, mit unterschiedlich farbigen Gläsern. Also genauso wie heute, nur noch uncooler.

Die Infos über den Film bei Tante Wiki reichen mir, um zu wissen, dass ich nicht wirklich etwas verpasse. Das aber die Handlung von “Avatar” in China die Politik verwirrt, ist geradezu lustig. Die Chinesen nämlich, sehen in dem Vertreibungszenario vor allem sich selbst, denn sehr viele von ihnen wurden und werden im Namen des Fortschritts auch vertrieben – ohne wenn und aber und ohne Entschädigung, genau so, wie in diesem Film.

Weil der Film die Befindlichkeiten der Volks-Chinesen spiegelt und nicht die Vorstellung der Regierung, rennt das Publikum den großen Kinos die Türen ein. Das ausgerechnet ein Streifen aus Hollywood die Stimmung im Land verhageln könnte, scheinen die Strategen und Zensoren im Ex-Reich der Mitte nicht gedacht zu haben – weshalb sie jetzt “Avatar” schnell mit einem politisch korrekten Schinken aus eigener Produktion, nämlich einer Filmbiografie über Konfuzius, ersetzen.

Wenn man Konfuzius zur Causa noch befragen könnte, dann bin ich mir sicher, würde er bestimmt antworten:

Der Wunsch nach Freiheit ist wie das Wasser. Er findet immer einen Weg. Und wenn es sein muss, auch durch Hollywood.

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Hand in Hand: die amerikanische Fed und die deutsche Volksverdummung

Dienstag, 19. Januar 2010 13:48 | Autor: Olaf Sander

daMax hat mich gemahnt, doch bitte den Georg Schramm nicht zu vergessen und die Chance zu nutzen, meine Leser mit der Wahrheit zu konfrontieren, damit ihnen das Lachen im Halse stecken bleiben möge. Danke Max, ich bin sicher, dass sich die Leser freuen werden.

Weil die Dinge auch irgendwie immer zusammenhängen, lassen wir Herr Schramm doch zunächst einmal darüber aufklären, wem die amerikanische Notenbank Fed gehört. Ab Minute 01:10 lohnt es sich zuzuhören.

Durchatmen.

Warum, so stellen wir uns die Frage, können die das so ungestört tun? Die Antwort ist verblüffend einfach. Wir werden, so in der Gänze als Volk, blöd gemacht. Und zwar systematisch. Wer sich richtig echauffieren möchte hört bitte ab Minute 05:20 zu, wen die Frage nach dem warum interessiert ab Minute 07:20.

Zu Recht werden sich jetzt einige Fragen, was die amerikanische Fed mit der deutschen Dummheit zu tun hat?

Falls ihr mich fragt, viel. Unsere Wirtschaft tanzt sehr nach der amerikanischen Melodie und viel Mainstream bei uns kommt aus den USA. Beispiele muss ich nicht bringen, denn ein kurzer Blick auf die Finanzwelt reicht dazu vollkommen aus. Den großen globalen Konzernen, welche meist dem Diktat des “American Way of Life” unterliegen, ist es nämlich schnurzpiepegal, wer wann und wo ihren Mist ihre Produkte kauft. Da spielt weder die Nationalität noch der Markt eine Rolle. Wichtig ist nur, dass die Leute dumm genug sind, ihr Geld dafür auszugeben.

Thema: Georg Schramm & Co., Medien, Politik, Satire, Wirtschaft | Kommentare (0)

ELENA – Denn sie wissen genau, was sie tun.

Sonntag, 17. Januar 2010 18:00 | Autor: Olaf Sander

Einer der am häufigsten gehörten Sätze, wenn es um die Vorratsdatenspeicherung geht, ist:

Ich habe doch nichts zu verbergen!?

Dieser Satz ist das Resultat einer weitverbreiten und naiven Fehleinschätzung, die dem Bürger tagtäglich mit allem propagandistischen Raffinement tröpfchenweise eingeflößt wird. Die neueste Errungenschaft im staatlichen Kampf gegen die informelle Selbstbestimmung ist ELENA.
ELENA ist ein Verfahren, mit dem zukünftig in Deutschland Einkommensnachweise elektronisch erfasst werden sollen. Die Botschaft ist, dass der bürokratische Kampf des Einzelnen leichter würde und Abzocker von Sozialhilfe und anderen Leistungen, wie z. B. “Florida-Rolf”, es viel schwerer hätten, auf Kosten der Gemeinschaft zu nassauern. Die Erklärungen klingen gut und der Bürger ist dafür, denn warum sollte er etwas dagegen haben? Dabei geht es um vielmehr, als dem Bürger weis gemacht wird.

Politmagazin Monitor vom WDR, am 07.01.2010:

Alle Arbeitgeber müssen seit dieser Woche an einen Zentralrechner der Deutschen Rentenversicherung die Daten ihrer Arbeitnehmer übermitteln. Die Höhe des Gehalts, die Fehltage, Abmahnungen und Kündigungen. Die Daten werden jeden Monat für den Fall gesammelt, dass ein Arbeitnehmer mal Arbeitslosengeld, Wohngeld oder Elterngeld vom Staat beantragen könnte, oder andere Sozialleistungen.

Der bürgerliche Irrtum liegt darin begründet, dass die Selbsteinschätzung eben nur eine Selbsteinschätzung ist. Die Fremdeinschätzung, also das was andere, wie z. B. der Staat und seine Institutionen oder der eigene Arbeitgeber, über den braven Bürger denken, blendet der brave Bürger dabei aus. Und um so mehr der Staat über den einzelnen Bürger weiß, um so mehr denkt er – mit fatalen Folgen für den Bürger. Denn dieser ist nicht immer brav, er macht hin und wieder Fehler, begeht Dummheiten oder hat schlicht und ergreifend eine andere Meinung als die, die von ihm erwartet wird.

Wer aber eine andere Meinung hat, hat es schwer in unserer von Mainstreams gejagten Gesellschaft. Er eckt an, wenn er nicht auf der Linie des Chefs ist und er bekommt staatlich verordnete Prügel, wenn er sich in Gorleben vors Tor setzt, damit Castor-Transporte wenigstens keine freie Fahrt haben. Der Staat erfährt Dinge, die ihn nichts angehen, die aber ein sehr genaues und individuelles Bild des Einzelnen zeichnen. So gesehen ist ELENA die kleine Schwester der Stasi, denn am Ende bleibt es sich gleich, ob man von Menschen oder von Datenbanken ausspioniert wird.

Das ELENA-Verfahren ist ein sehr modernes und subtiles Werkzeug der Spaltung (Divide et impera), was sich darin zeigt, dass es sogar Freitextfelder für die Arbeitgeber gibt, in denen sie ihre höchst subjektive Sicht der Dinge oder über den Mitarbeiter – der ja auch Bürger ist – eintragen können. Da braucht es nicht mal mehr eine Unterschrift für eine “freiwillige Mitarbeit als IM”, denn die Denunziation ist eine Dienstleistung der Unaufrichtigen, Hinterhältigen und Rückgratlosen – und zwar in jeder Gesellschaft, in jedem politischen System und zu jeder Zeit.

Das Ziel ist nicht der gläserne Mensch alleine, sondern und vor allem seine damit einhergehende Erpressbarkeit, wie der unten eingebettete Beitrag von Monitor so eindrucksvoll darstellt.
Während der Staat seine Bürger von vorne mit Subventionen erpresst, greift er ihm von hinten in die Taschen und fordert seine Steuern, weil die Subventionen ja schließlich auch bezahlt sein müssen.

Ab hier lautet die Botschaft dann “Spiel mit oder du verlierst dein Recht auf Unterstützung” und der Staat, gesteuert von Lobbyisten, wird zum Sklavenhalter, der sich selbst für seine Menschlichkeit lobt, weil er seinen Sklaven ein paar Hütten baut und ihnen eine warme Mahlzeit täglich vorsetzt.

Thema: Politik, Wirtschaft, Zukunftspläne | Kommentare (2)

Das einzig Konstante ist die Veränderung

Dienstag, 12. Januar 2010 15:20 | Autor: Olaf Sander

Das neue Jahr begann ruhig, wurde aber, quasi als Begrüßungsgeschenk, dann doch recht stürmig für mich. Sicherlich wird jeder gemerkt haben, dass nicht nur plötzlich und unerwartet eine gespenstige Ruhe im Blog eingekehrt ist, sondern auch, dass Veit mit allen seinen Texten nicht mehr da ist.

Dafür gibt es eine Erklärung. Aber die gehört nicht hier her. Veit hat mir, bevor wir diesen Blog angefangen haben gesagt, dass das passieren könnte. Deshalb kann ich damit leben, auch wenn klar ist, dass dem Blog nun eine Menge Herz und Grips abhanden gekommen ist.

Jetzt geht es alleine weiter. Was ich Euch schonmal sagen kann ist, dass die Anzahl neuer Artikel in Zukunft geringer sein dürfte. Was die Qualität und das Herz betrifft, bemühe ich mich beim ersten und gebe alles beim zweiten.

Also. Kopf hoch, Augen auf und Blick nach vorn.

Olaf

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Gute Vorsätze – von der kranken Kasse verordnet!

Sonntag, 3. Januar 2010 13:48 | Autor: Jochen

Endlich. Nach über 3 Monaten Krankengeldbezug hat mir meine kranke Kasse das verordnet, was ich brauche um gesund zu werden:

In einem Brief, der mich am Heilig Abend erreichte stand so etwas wie: Wir freuen uns Ihnen mitteilen zu dürfen, dass Sie ab 4.1.10 wieder gesund sind! Bitte melden Sie sich rechtzeitig bei der Arbeitslosenstatistikerstellungsagentur, damit diese korrekt geschönte Statistiken erstellen können.

Nun, heute ist also der Tag vor meiner Spontanheilung. “Ich freu mich drauf” tönt es in der Radiowerbung. Allerdings scheint sich die Spontanheilung wirklich auf die letzten Stunden des vorgeschriebenen Heilungszeitraumes zu verkriechen. Andererseits ist das Ende des Krankengeldanspruches nicht mit der Wiederherstellung der Gesundheit gleichzusetzen. Aber das ist ja auch nicht der oberste Grundsatz einer kranken Kasse. Dieser läßt sich eher mit “Profit, Profit geht über ahalles” besingen.

Somit wird dann gleichzeitig der Gewinn der Rentenverunsicherung verbessert. Denn wenn ich nicht mehr hinreichend krank für die kranke Kasse bin, da bin ich auch nicht rehablitiationswürdig für die Rentenverunsicherung.

Na gut, dass ich mir nicht die falschen Vorsätze für das neue Jahr vorgenommen habe, wie z.B. dieses Jahr will ich krank bleiben, nachdem mir die kranke Kasse den oben beschriebenen Vorsatz verordnet hat.

Bleibt gesund!

Thema: Satire | Kommentare (0)

Wir wünschen…

Donnerstag, 31. Dezember 2009 18:59 | Autor: Olaf Sander

…allen unseren Lesern ein erfolgreiches, schönes, herzliches, wohltuendes, tatenvolles, lustiges, ernstliches, lachhaftes und überaus gesundes Jahr 2010.

Jochen und Olaf

Thema: Allgemein | Kommentare (1)

Watte

Mittwoch, 30. Dezember 2009 11:29 | Autor: Olaf Sander

Ich war in Deutschland auf Besuch. Als Souvenier habe ich mir eine veritable Erkältung mitgebracht. Die Welt nehme ich nun nur wie durch eine Schicht Watte wahr. Das ist ein wirklich interessanter Effekt.

Geht das auch ohne Erkältung?

Thema: Allgemein | Kommentare (5)

Wenn sich Unfähigkeit mit Unwille paart…

Samstag, 19. Dezember 2009 18:11 | Autor: Olaf Sander

… dann gibt es am Ende einen “Minimalkonsens”.

Jeder, der versucht den Klimagipfel wie einen Erfolg aussehen zu lassen, lügt. Auch Kopenhagen hat zu keiner “Trendwende” geführt. Wahrscheinlich muss doch erst ein Tsunami Nordeuropa verwüsten, ein Superorkan die USA platt machen oder ein Drittel der Chinesen den Gifttod sterben, bevor die Politik eine andere Politik macht.

Extra 3 hat mal eine Chronologie, der bahnbrechenden Ergebnisse der diversen Klimagipfel1 zusammengestellt.

Hier ein paar Zitate aus ein paar Jahren Klimagipfel:

1992, Rio de Janeiro

“Denn alle Vereinbarungen, Erklärungen, Versprechungen sind unverbindlich, endlos hin und her gewendet und auf den kleinsten gemeinsamen Nenner gebracht.”

1995, Berlin

“Endlose Debatten, Nachtsitzungen und am Ende ein Kompromiss, der als Minimalkonsens gelten muss.”

1997, Kyoto

“Es ist ein lausiges Protokoll geworden, das keinesfalls die Erwartungen des WWF erfüllt.”

2000, Den Haag

“Wir müssen heute einfach konstatieren, wir haben unser Ziel nicht erreicht.”

2006, Nairobi

“Der UN-Klimagipfel in Nairobi ist zu Ende gegangen, ohne das sich die Teilnehmerstaaten auf eine weitere Reduzierung der Treibhausgase geeinigt haben.”

2007, Bali

“Konkrete Zahlen für die Schadstoffminderungen wurden auf Bali aber noch nicht festgelegt.”

2009, Kopenhagen

Ach, lassen wir das einfach. Es ist ja bald Weihnachten.

  1. Da sich das YouTube-Video leider nicht einbinden lässt, “nur” als Link. Trotzdem gucken, klar?

Thema: Allgemein, Politik, Umwelt, Wirtschaft | Kommentare (0)