Beitrags-Archiv für die Kategory 'Musik'

Papa will da nicht mehr wohn’

Sonntag, 13. Juni 2010 5:48 | Autor: Olaf Sander

Das Gerücht, nur schwarze Sänger hätten genügend Soul um so richtig “soulig” zu sein, hält sich nach wie vor hartnäckig – wie sich überhaupt noch viele Ansichten und Denkschemata aus den 60ern hartnäckig halten. Dabei ist schon längst klar, dass der Soul, wie so oft, keine Frage der Hautfarbe, Rasse oder sonstigen “Trennungsgründen” ist, sondern eine des Herzens.

Einer der überhaupt nicht nach Soul aussieht, dafür aber um so mehr davon hat, ist der Hamburger Musiker Stefan Gwildis. Als Sohn normaler Eltern – andere würden sagen, er stamme aus “einfachen Verhältnissen” – hatte er wohl kaum Unterstützer, um sein Talent zu fördern und seine Liebe zur Musik ausleben zu können.
Um als Straßenmusiker über die Runden zu kommen, hielt er sich mit gelegentlichen Jobs als Lagerarbeiter, LKW-Fahrer, Sonnenbankaufsteller oder Weihnachtsmann über Wasser. Vermutlich ist das Grund für seinen Soul.

Das Video, welches ich Euch heute wärmstens Empfehlen möchte und bei dem es mich besonders freut, es in meine kleine aber feine Musiksammlung aufzunehmen, ist eine Adaption des Temptation-Hits „Papa was a rollin’ stone“.

Nach einer wunderbaren Eintaktung von über 30 Sekunden Länge, entleert der Trompeter sein Herz über sein Instrument und breitet einen Klangteppich über den Hamburger Stadtpark aus, dass selbst die coolsten Hip-Hoper der Hansestadt feuchte Augen bekommen haben dürften.

Und dann kommt Stefan Gwildis und singt einen einfachen und mitsingbaren Text, der große deutsche Gefühle bewegt, vor allem dann, wenn er auf solcherlei Wendegewinner wie mich trifft.

Ungefähr in der Hälfte angekommen erhält das Solo des Trompeters eine Antwort. Und zwar von einer genial gespielten E-Gitarre, deren klingende Emotionen sich nach fast zwei Minuten in einem musikalischem Orgasmus entladen.

Der Rest ist die Zigarette danach. Ruhig und gediegen, mit viel Takt und Stimme. An dieser Stelle möchte man, mir geht es jedenfalls so wenn es sich um solcherlei schöne Herzensangelegenheiten handelt, gleich noch einmal.

Besonderer Dank geht an Veit, der mir Stefan Gwildis gezeigt hat und, ganz ausdrücklich, an die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten, die diese Art Konzerte hin und wieder des nächtens ins Fernsehen bringt. Bei aller berechtigter Kritik an ihnen, aber bei RTL & Co. wird einem höchstens alle Nase lang ein anderer talentbefreiter Bühnentrottel feil geboten, dessen Platten wir kaufen sollen. Qualität – und Soul – indes, bekommt man dort nicht.

Thema: Medien, Musik | Kommentare (0) | Autor: Olaf Sander

Popmusik made in Afrika

Montag, 24. Mai 2010 16:56 | Autor: Olaf Sander

Ich bin ja immer auf der Suche nach Musik, die meinen Fetisch in Sachen Melodie und Takt bedient. So gesehen wundert es mich nicht, dass ich dieses Mal in Afrika fündig geworden bin. Wie eigentlich immer, wenn es um diesen Kontinent geht, ist die Auswahl vielfältig, weshalb ich euch heute mit einer ganzen Armada an gute Laune verursachender Musik beglücken möchte. Was ihr machen müsst ist klicken. Eure Beine fangen schon ganz von allein das Tanzen an…

Beginnen möchte ich mit einer jungen Künstlerin, deren Gesang und Stimme vom ersten Augenblick an Spaß macht. Kachanana heißt sie und kommt aus Sambia. Mit dem ersten der drei Videos von ihr grüße ich besonders Garry und Andy. Ihr wisst schon…

Das zweite Lied von Kachanana ist eindeutig ein Lied über die die Liebe. Nizachita Bwanji, so heißt der Song. Was das bedeutet? Ich habe keine Ahnung. Aber die Musik ist in jedem Fall große Klasse.

Und weil es so schön ist und mir Kachanana besonders gut gefällt, gleich noch ein dritter Ohrwurm von ihr.

Das nächste Video ist alles, nur nicht langweilig. Der Beschreibungstext bei YouTube sagt folgendes:

“Obsession girls from Uganda. These girls are so pretty and can dance”

Tja. Das triffts. Fröhlich, ausgelassen, wirklich sexy und überhaupt nicht billig. Die hier zu sehenden jungen Frauen zeigen nicht nur die pure Lust am Leben, sie sind – kleiner Tipp unter Männern – wirklich nett anzuschauen.

Dieser Song ist einer, der es auch hier zum absoluten Sommerhit schaffen könnte. Nur das dann Dieter Bohlen kein Geld daran verdienen würde. Wir sind hier ja schließlich in Deutschland und nicht in Uganda. Was im Übrigen erklärt, warum wir uns solche Leute wie Mark Medlock als Künstler verkaufen lassen müssen.

Damit es nicht heißt, ich hätte ein allzu ausgeprägtes Interesse nur an der Musik afrikanischer Frauen, hier noch ein Video eines ugandischen Künstlers namens Bobi Wine. Der ist nicht nur cool, sondern auch groovie…

Thema: Kultur, Musik | Kommentare (1) | Autor: Olaf Sander

Komm und hol dir die Energie!

Montag, 15. März 2010 14:01 | Autor: Olaf Sander

Psst, du da! Ja, du! Komm mal her…

Ist heute wieder einer dieser Montage, an denen du so furchtbar schwer in Gang kommst?
Liegt wieder ein Woche voller Monotonie, Termine und Entscheidungen vor dir und hast du so gar keine Lust und Power wieder durchzustarten?

Ich hab da was für dich.
Kostet auch nix.
Nein, weh tut es auch nicht.
Aber es macht dich vielleicht abhängig. Das solltest du wissen.
Komm, trau dich und probier es mal. Ich helfe dir auch.

Also, als erstes drehst du die Lautsprecher hoch.
Höher.
Noch ein bisschen.
Ja, so ist´s gut.

Und jetzt klickst du auf “Play”.

Aber pass auf, der Flash kommt schnell. Wirklich schnell…

Songtext Feuer: [...]

Thema: Kultur, Musik | Kommentare (2) | Autor: Olaf Sander

Talent, Können und die pure Freude am Spaß

Montag, 8. Februar 2010 16:33 | Autor: Olaf Sander

Der verehrenswerte Thomas Quasthoff, wie ihr ihn vielleicht noch nicht kennt.

Thomas Quasthoff als Special Guest bei Bobby McFerrin zum Jazz Fest Wien am 01.07.2008 in der Wiener Staatsoper. (Mein Gott, wäre ich da gerne dabei gewesen…)

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Thomas Quasthoff und das Spardosen-Terzett. It´s all Blues…

Oh yaeh!

Und jetzt lass es wackeln!

Thema: Kultur, Musik | Kommentare (1) | Autor: Olaf Sander

Nicht von dieser Welt

Montag, 16. November 2009 23:24 | Autor: Olaf Sander

Manchmal begegnen einem durch Zufall und inmitten des Geklingels des musikalischen Einerlei, phantastische Melodien, gesungen Emotionen oder gar eine Stimme, die nicht von dieser Welt zu sein scheint. Ganz, ganz selten hört man Musik, die alle drei Dinge miteinander vereint.

Der Franzose Philippe Jaroussky ist so jemand, der das kann. Ohne Pathos, Allüren und Schnickschnack, reduziert er seinen Gesang auf die eigentliche Botschaft der Musik, nämlich den Ausdruck und den Transport von Emotionen. Er beweist, dass die pure Musik dem Zuhörer viel mehr begeistert und in den Bann zieht, als alle technischen Tricks und Raffinessen.

Das Besondere an seinem Gesang ist seine Stimme, denn er ist ein Countertenor. Aber nicht irgendeiner, sondern der Beste.

Lehnt euch zurück und genießt…

Thema: Kultur, Musik | Kommentare (2) | Autor: Olaf Sander