Beiträge vom Mai, 2010

Rücktritt ersetzt Verantwortung

Montag, 31. Mai 2010 18:20 | Autor: Olaf Sander

Plötzlich und völlig unerwartet ist unser geliebter Bundeshorst Köhler von uns gegangen. Das heißt, er ist zurück getreten. Weil nämlich der Respekt vor seinem Amt fehlt, sagt er.

Aha.

Wenn bald noch eine Ratte unerwartet das Schiff verlässt, sollten wir mal nachschauen, ob der Seelenverkäufer namens “Deutschland” nicht gerade dabei ist abzusaufen.

Thema: Politik, Wirtschaft | Kommentare (8) | Autor: Olaf Sander

Husch husch, in die Blogroll

Samstag, 29. Mai 2010 20:19 | Autor: Olaf Sander

Damit anderer Leute Blogs in meine Blogroll kommen, müssen sie sich bei mir erstmal einen Ruf verdienen. Und zwar einen guten. Das heißt, sie müssen mich immer wieder auf ihre Seite ziehen, was aber gar nicht so einfach ist, denn ich habe Ansprüche.

Gelungen ist das in letzter Zeit:

Arnos Schwatzer Blog. Allein schon wegen des aktuellen Artikels “Köhler ist unschuldig”.

Dem (wer-hat-Angst-vor-der-Zukunft) doktorsblog. Utopie oder Dystopie? Chris, so heißt der Blogger, würde wahrscheinlich sagen eine Mischung aus beidem. Für mich hat er mit seiner Seite ein kleines Schaufenster in die Zukunft geschaffen. Und in die (moderne?) Kunst.

Na und Veit. und so weiter wort heißt sein Blog. Genau das erhebt er, siehe ein Beitrag weiter unten. Wer Veit kennt, weiß was ich meine. Wer nicht, bitte klicken.

Thema: Allgemein, Computer & Internet | Kommentare (5) | Autor: Olaf Sander

“das internet ist wie guerilla-krieg.”

Samstag, 29. Mai 2010 16:59 | Autor: Olaf Sander

“wenn ich im einen tal nicht weiterkomme, mache ich an der nächsten steige weiter.”

Der, der das sagt, nämlich Veit, hat keinen blassen Dunst von der technischen Seite des Internets. Er ist, was das betrifft, wie du und ich ein DAU. Das würde ihn und alle anderen technischen DAU – hörte man an dieser Stelle auf mit dem Denken – gleich machen mit jenen Politikern, Soziologen und anderen selbsternannten Experten, die da meinen und fordern, man müsse die Kinder der Gesellschaft vor gewissen Erkenntnissen, Tatsachen, Einflüssen, Meinungen und vielem mehr beschützen, damit sie keinen Schaden nähmen.

Zum Glück hört Veit an dieser Stelle nicht auf mit dem Denken. Und zum Glück hat er ein großes kulturelles Verständnis für das Internet und kennt sein ideelles Wesen. Das unterscheidet ihn wirklich sehr von den Politikern, Soziologen und anderen selbsternannten Experten.

Ihr solltet deshalb unbedingt seinen Artikel “das internet und die meinungsfreiheit” lesen. Da macht er nämlich deutlich klar, dass es der Politik nicht darum geht die Kinder zu schützen, sondern ausschließlich sich selbst.

Um das zu verstehen braucht es kein technisches Verständnis. Nur den Mut zu Ende zu denken und das Ergebniss des Prozesses auszusprechen. Sonst war´s das nämlich mit der Meinungsfreiheit.

Danke Veit.

Thema: Computer & Internet, Kultur, Medien, Politik, Zukunftspläne | Kommentare (2) | Autor: Olaf Sander

Alles Porno oder was?

Donnerstag, 27. Mai 2010 19:06 | Autor: Olaf Sander

Der AK Zensur hat eine richtig gute Idee gehabt und gleich mal umgesetzt. Jeden Tag stellen sie eine Internetseite vor, die, dafür müssen Betreiber eine Internetseite ja vielleicht bald Sorge tragen, nach dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) eine Altersfreigabe bekommen muss. Nach diesem Gesetz muss nämlich geprüft werden, ob die Seite für Kinder Entwicklungs- oder gar Erziehungsbeeinträchtigend ist.

Die Frage, die der AK Zensur an seine Leser stellt, ist, wie diese einschätzen, ab wann diese Seite freigegeben werden sollte. Am nächsten Tag, hier also morgen, verrät der AK Zensur dann die Einschätzung von fachlich versierten Medienpädagogen, die die Seite danach beurteilen, wie sie nach dem neuen Gesetz beurteilt werden müsste. Ob das aus medienpädagischer Sicht sinnvoll ist oder nicht spielt dabei – wie so oft bei neuen Gesetzen – keine Rolle. Jeden Tag folgt eine neue Seite mit dem gleichen Ablauf. Vorschläge können gerne gemacht werden.

Die heute vorgestellte Seite beschäftigt sich mit Intimrasuren und existierte schon in Zeiten des Usenet.

Bitte beurteilt selbst und helft dem Arbeitskreis, so viel Feedback wie nur möglich zu erhalten.

Danke.

(vie Fefe)

Thema: Computer & Internet, Kultur, Medien, Politik, Zukunftspläne | Kommentare (5) | Autor: Olaf Sander

Unterschiede

Mittwoch, 26. Mai 2010 17:37 | Autor: Olaf Sander

Vor dem Haus, in dem ich wohne, ist eine begrünte Freifläche mit Bank, Tisch und Grillplatz. Dieser wird, wenn es das dänische Wetter hergibt, fast das ganze Jahr über genutzt. Dabei geht es eigentlich immer erstmal laut zu. Vor dem Grillen kommt lautes Reden, lautes Lachen und laute Musik. Bevor der appetitanregende Geruch von Grillfleisch und Würstchen in mein Wohnzimmer dringt, habe ich die Fenster meist schon geschlossen. Aber nur wegen des Lärms und nicht weil es riecht.

Heute ist das nicht so. Heute gibt es keinen Lärm und trotzdem Düfte, die mir Hunger machen. Obwohl es viel mehr Menschen als gewöhnlich sind, die den Grillplatz gerade bevölkern, kommt kaum Geschnatter oder Gekicher bei mir in der zweiten Etage an. Nur der Grill qualmt und füllt die Luft mit seinem herrlichen Odeur.

Die Grillmeister sind andere als sonst. Es sind Chinesen und in meiner Nachbarschaft wimmelt es nur so von ihnen. Das glaube ich jedenfalls. Vielleicht sind es auch nur drei oder vier. Aber für mich sehen Chinesen ja eh alle gleich aus, es sei denn, es ist mal ein Dicker mit dabei. Der hebt sich natürlich ab und bleibt in meiner Erinnerung. Aber sonst bekomme ich von denen nicht so viel mit.

Ihre stille und unaufdringliche Art gefällt mir. Genauso wie der Geruch ihres Grills, der mich an so einige wilde Bacchanale am Busen der Natur erinnern lässt, bei denen immer auch ein Grill mit dabei war. Das ist Kopfkino vom Feinsten, aber darum geht es hier ja gerade nicht.

Erstaunlich finde ich, dass zehn Chinesen weniger Lärm machen, als drei Dänen. Beim Duft geben sie mir Anlass riechend in der Vergangenheit zu schwelgen und sie nerven mich nicht mit ihrer Lautstärke.

Aber ganz besonders sympathisch an diesen Chinesen finde ich, dass sie am Ende ihren Müll wieder mitnehmen. Auch da unterscheiden sie sich sehr von den Dänen 1.

  1. Damit keine Missverständnisse entstehen: die Dänen sind sehr auf Sauberkeit bedacht und überall stehen Papierkörbe und immer kommt auch ein Angestellter der Kommune, der aufräumt. Aber das kann 1. dauern und ist 2. keine Entschuldigung dafür, seinen Mist überall liegen zu lassen.

Thema: Allgemein, Kultur | Kommentare (2) | Autor: Olaf Sander

Der Applaus des Autors

Dienstag, 25. Mai 2010 13:49 | Autor: Olaf Sander

Ich bin stolz.

Mein Artikel 75facher Mord, untermalt von der Ode “An die Freude” hat, von mir völlig unbemerkt, eine kleine Reise in die Welt angetreten.

Er wurde in das Amharische, in die tigrinische, arabische und englische Sprache übersetzt.

Was mehr kann ein Autor erwarten?

Ich bin dankbar und verneige mich vor diesem – meinem! – Publikum.

(Danke Nazareth)

Thema: Allgemein | Kommentare (0) | Autor: Olaf Sander

Koch wirft Handtuch am Handtuchtag

Dienstag, 25. Mai 2010 13:08 | Autor: Olaf Sander

Na das ist doch mal ne Überraschung. Merkel hat Koch schon ewig nicht mehr mitspielen lassen und er hat sie immer gepiesackt. Nun aber hat die Kanzlerin gewonnen und Koch wirft das Handtuch.

Das hat Stil. Vor allem weil heute internationaler Towel-Day ist.

Koch ist trotzdem ein [***bitte hier Wunschname einsetzen***].

42

Thema: Allgemein | Kommentare (0) | Autor: Olaf Sander

Popmusik made in Afrika

Montag, 24. Mai 2010 16:56 | Autor: Olaf Sander

Ich bin ja immer auf der Suche nach Musik, die meinen Fetisch in Sachen Melodie und Takt bedient. So gesehen wundert es mich nicht, dass ich dieses Mal in Afrika fündig geworden bin. Wie eigentlich immer, wenn es um diesen Kontinent geht, ist die Auswahl vielfältig, weshalb ich euch heute mit einer ganzen Armada an gute Laune verursachender Musik beglücken möchte. Was ihr machen müsst ist klicken. Eure Beine fangen schon ganz von allein das Tanzen an…

Beginnen möchte ich mit einer jungen Künstlerin, deren Gesang und Stimme vom ersten Augenblick an Spaß macht. Kachanana heißt sie und kommt aus Sambia. Mit dem ersten der drei Videos von ihr grüße ich besonders Garry und Andy. Ihr wisst schon…

Das zweite Lied von Kachanana ist eindeutig ein Lied über die die Liebe. Nizachita Bwanji, so heißt der Song. Was das bedeutet? Ich habe keine Ahnung. Aber die Musik ist in jedem Fall große Klasse.

Und weil es so schön ist und mir Kachanana besonders gut gefällt, gleich noch ein dritter Ohrwurm von ihr.

Das nächste Video ist alles, nur nicht langweilig. Der Beschreibungstext bei YouTube sagt folgendes:

“Obsession girls from Uganda. These girls are so pretty and can dance”

Tja. Das triffts. Fröhlich, ausgelassen, wirklich sexy und überhaupt nicht billig. Die hier zu sehenden jungen Frauen zeigen nicht nur die pure Lust am Leben, sie sind – kleiner Tipp unter Männern – wirklich nett anzuschauen.

Dieser Song ist einer, der es auch hier zum absoluten Sommerhit schaffen könnte. Nur das dann Dieter Bohlen kein Geld daran verdienen würde. Wir sind hier ja schließlich in Deutschland und nicht in Uganda. Was im Übrigen erklärt, warum wir uns solche Leute wie Mark Medlock als Künstler verkaufen lassen müssen.

Damit es nicht heißt, ich hätte ein allzu ausgeprägtes Interesse nur an der Musik afrikanischer Frauen, hier noch ein Video eines ugandischen Künstlers namens Bobi Wine. Der ist nicht nur cool, sondern auch groovie…

Thema: Kultur, Musik | Kommentare (1) | Autor: Olaf Sander

Heute so und morgen so und übermorgen anders

Samstag, 22. Mai 2010 19:32 | Autor: Olaf Sander

Keine drei Wochen ist es her, da ist der Schäuble noch mit vollem Karacho seinem Kumpel Ackermann hinten rein gefahren.

Ohne Ackermann…
Ach, die Krise hätte uns eiskalt erwischt.

Und heute?
Heute brennt die Luft.

25% Rendite können produzierende Unternehmen nicht leisten, sagt Schäuble.

Und deshalb (be)schließt er, dass sich die Finanzwelt nur um sich selbst dreht.

Was man daraus lernen kann?

Nicht viel.

Außer vielleicht, dass der deutsche Finanzminister ein Opportunist ist.

Thema: Politik, Wirtschaft | Kommentare (0) | Autor: Olaf Sander

Als ob sie blutet…

Donnerstag, 20. Mai 2010 20:37 | Autor: Olaf Sander

Thema: Umwelt | Kommentare (2) | Autor: Olaf Sander

Georg Schramm über den Krieg Geld gegen Staaten

Samstag, 15. Mai 2010 14:20 | Autor: Olaf Sander

Ohne Zweifel, für die Kabarettisten Georg Schramm und Urban Priol aus der ZDF-Sendung „Neues aus der Anstalt“ empfinde ich große Hochachtung. Nicht nur, dass sie sich mit beinahe jeder Sendung selber toppen, was an sich ja schon außerordentlich ist, nein, sie reißen all die mühsam aufgebauten Bekundungen, Versicherungen und Versprechen der wirtschaftlichen und politischen „Elite“ 1 ein – gnadenlos, klar, eindeutig und vernichtend. Im ZDF!

Für das, was Georg Schramm als Oberstleutnant Sanftleben in dieser Sequenz aus „Neues aus der Anstalt“ zeigt und sagt, wäre vor zwei Jahren noch jeder sofort in die Ecke der Verschwörungstheoretiker gestellt worden. Und heute? Heute lohnt es sich die kurzen Einblendungen von den Zuschauern im Studio zu studieren. Man kann die Gänsehäute, den Schauder und den sich zur Wahrheit manifestierenden Erkenntnisgewinn bei so einigen Leuten im Publikum sehen.

Das die Welt mit ihrem Geld erpresst wird und dieses Geld nicht nur als Tauschmittel, sondern auch als Massenvernichtungswaffe fungieren kann, ist längst keine Verschwörungstheorie mehr. Diese Wahrheiten, so deutlich ausgesprochen, hört man aber nur von Schramm, Priol & Co. und nicht aus dem millionenteuren Studio der heute Redaktion. Das erklärt im Übrigen auch die Reaktionen der Zuschauer.

Wer also wissen will, woher das mit Sicherheit kommende Desaster in der Weltökonomie kommen wird, der meldet sich bei Oberstleutnant Sanftleben, zur Einteilung für den Dienst an der Front im ersten Weltkrieg der Finanzen.

In diesem Sinne.

Weggetreten!

Die Sendung als Podcast.

Die Sendung in der Mediathek.

  1. man beachte bitte die Anführungszeichen

Thema: Georg Schramm & Co., Politik, Wirtschaft | Kommentare (4) | Autor: Olaf Sander

Liebe Kinder gebt fein acht, so wird der Strick an eurem Hals festgemacht

Donnerstag, 13. Mai 2010 16:27 | Autor: Olaf Sander

Machen wir uns nichts vor. Die Zukunft Europas sieht düster aus. Die eine Hälfte des Kontinents steht vor dem Abgrund, die andere Hälfte ist schon ein Schritt weiter und baumelt am dünnen Strick multimilliardenschwerer „Hilfspakete“. Also muss, das ist ganz logisch, gespart werden. Die Frage ist nur wo.

Der hessische Ministerpräsident Roland Koch hat sich jetzt Gedanken dazu gemacht (oder es ist ein christlich-demokratischer Testballon um zu schauen, wie weit das Volk sich dengeln lässt) und ist zu einem zu ihm passenden Ergebnis gekommen: Kindergarten und Krippenplätze sind zu teuer, Investitionen in Forschung und Entwicklung auch.

Natürlich ist das alles, würde man ihn jetzt fragen, vollkommen alternativlos. Das aber nur, weil Koch entweder nicht über den Tellerrand hinaus schauen kann, oder nicht hinaus schauen will, was daran liegen könnte, dass er anderen Herren dient als denen, die ihn gewählt haben. Würde er das tun, dann hätte er gemerkt, dass sich z. B. die Polen still und leise zum Klassenprimus Europas entwickelt haben – nämlich mit Bildung, regionaler Entwicklung und der Förderung von Innovationen.

Oder die Schweden. In den 90ern wirtschaftlich am Boden liegend, weil, wie soll es anders sein, die Banker im Land durchgedreht sind, haben die Schweden gemeinsam angepackt und nicht nur den Konsens, sondern auch nach den besten Lösungen gesucht. Sie stehen heute besser da als je zuvor und sind das Beispiel schlechthin für einen funktionierenden, gerechten und transparenten Sozialstaat. Übrigens einer, in dem Kinder und deren Bildung als Schlüssel für den Weg in die Zukunft betrachtet werden und nicht nur als Kostenfaktor.

Solcherlei sinnvolle Strategien wie in Polen oder Schweden sind bei uns aber nicht drin. Wegen Politikern wie Koch. Skrupellosen und machtgeilen Leuten, die unseren Kindern die Zukuft unter den Füßen wegziehen, weil es sie – mit Verlaub – einen Scheißdreck interessiert.

Also liebe Kinder, gebt fein acht, so wird der Koch am Balken angebracht.

Thema: Kultur, Politik, Wirtschaft, Zukunftspläne | Kommentare (1) | Autor: Olaf Sander

Machen wir es doch wie der Wunder-Yogi

Montag, 10. Mai 2010 19:59 | Autor: Olaf Sander

In Indien bereitet gerade ein Wunder-Yogi namens Prahlad Jani einigen Medizinern arges Kopfzerbrechen. Zwei Wochen lang haben sie den 83-Jährigen, der von sich selbst behauptet seit mehr als 70 Jahren nichts gegessen und getrunken zu haben, rund um die Uhr überwacht. Er hat nichts gegessen und getrunken und weil das so ist, hatte er auch keinen Stuhlgang und keinen Urin. Die Ärzte können sich überhaupt nicht erklären, wie der Yogi überlebt. 1

Das bestätigt die Theorie, dass da, wo man nichts rein tut auch nichts raus kommt. Könnten wir das nicht mit Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien genauso machen?

Dann hätten sie vielleicht eine reelle Chance.

  1. Quelle: ARD-Text, Tafel 162, 10.05.2010, 19:50 Uhr

Thema: Allgemein, Satire | Kommentare (0) | Autor: Olaf Sander

Die Zocker haben alles richtig gemacht

Sonntag, 9. Mai 2010 17:29 | Autor: Olaf Sander

Wer mich kennt der weiß, dass ich es nicht so mit der Partei „DIE LINKE“ habe. Und mit Kommunisten hab ich´s schon gar nicht, gleichwohl es einige unter ihnen gibt, die ich für aufrichtig und glaubwürdig halte. Sahra Wagenknecht zum Beispiel. DaMax hat eine Rede von ihr im Bundestag als Video in sein Blog gestellt (6:35 Min.), in dem sie recht klar sagt:

“Die Währungsunion wird uns um die Ohren fliegen, wenn Sie Zockerbanken und Hedgefonds weiter spekulieren lassen, wenn Sie weiter zulassen, dass ganze Staaten in die Pleite spekuliert werden und wenn Sie die aberwitzigen Finanzinstrumente, die das alles ermöglichen, nicht endlich verbieten.”

Wo sie Recht hat, hat sie Recht. Aber ihre Forderung ist letztlich nichts weiter als die Forderung von notwendigen und im Kern unstrittigen Maßnahmen, damit vielleicht noch ein paar Grundmauern vom europäischen Haus stehen bleiben. Das Ganze sollte aber schnell passieren, weil es an vielen Ecken brennt – nicht nur auf unserem Kontinent. Ich bin also an dieser Stelle mit Sahra Wagenknecht einig. Sollte es aber irgendwann einmal um längerfristige Strategien gehen, möchte ich sie dann doch gerne wieder neu beurteilen wollen.

Während für die meisten Menschen im Land klar ist, was kurzfristig getan werden müsste, aber kaum einer der führenden Köpfe in Politik und Wirtschaft auch nur leiseste Anstalten macht über die nächste Wahl oder den nächsten Quartalsbericht hinaus nachzudenken, sieht die langfristige Zukunft trübe aus.
Warum tun diese Leute das? Sind diejenigen, die gerade unsere Zukunft verspielen alles Zocker und Hasardeure? Folgt das kurzfristige Denken und Handeln in Wirtschaft und Politik allein nur der Gewinnmaximierung, also der Gier? Was denken diese Menschen über sich selbst? Wer oder was ist noch dafür verantwortlich, dass sie tun was sie tun – oder eben nicht tun?

In der aktuellen Ausgabe der brand eins schreibt Wolf Lotter im Leitartikel „Warten auf den Eiermann“ was passiert, wenn die Realität an die Tür klopft. Da machen die meisten Menschen, so sein Fazit, gar nicht erst die Tür auf. Sie lassen sie zu und basteln sich eine Welt, wie sie ihnen gefällt.
Lotter schreibt viel, gut und durchdacht. Und er reisst unsere Vorurteile ein, dass es nur so scheppert.

„Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein beschäftigten sich führende Ökonomen eben immer wieder auch mit dem “menschlichen Faktor”, der abseits kalter Modelle wie dem Homo oeconomicus stand. Rationalität ist keine theoretische Sache. Doch die Zahlenfetischisten gewannen die Oberhand. Ihre technokratischen Epigonen haben uns die Finanzkrise eingebrockt. Nicht etwa deshalb, weil sie sich irrational verhalten oder “gezockt” hätten. Das ist gern wiederholter Unsinn. Sie haben im Gegenteil alles streng nach Lehrbuch gemacht. So, wie man sich verhalten soll. Das ist allerdings nicht vernünftig.“

Die haben nicht gezockt. Die haben alles richtig gemacht. Nie haben sie etwas anderes gelernt. So wurde ihnen das System beigebracht, so haben sie es übernommen und so arbeiten sie, ganz Business as usual, heute noch. Ihr Tun entspringt ihrer Herkunft, ihren Werten und ihrem Selbstverständnis und ist in ihrer Welt gut, richtig und normal.

So gesehen erklärt das nicht nur die unglaubliche Chuzpe einiger Banker und Manager trotz Pleite Millionengehälter einzuklagen, sondern auch, warum deren Wahrnehmung über die Auswirkungen des eigenen Handelns in der wirklichen Welt, für uns, die darin Leben und in ihr klar kommen müssen, so verzerrt erscheinen. Für uns, die nichts mit Spekulationen und Politik zu tun haben ist das, Wolf Lotter sagte es bereits, alles andere als vernünftig. Aber um Vernunft geht es bei den selbst gebastelten Welten nicht. Dort verhält man sich genau so, wie man sich verhalten soll oder verhalten will.

Die meisten Banker, Manager und Politiker haben nicht das Gefühl anderen etwas wegzunehmen, gleichwohl immer wieder die geflügelten Worte Gordon Gekkos aus dem Film “Wall Street” vom verlorenen Geld ironisch zitiert werden, welches nicht weg ist, sondern was nur ein anderer hat. Diesen Menschen, so scheint es, fehlen die sozialen und intellektuellen Fähigkeiten, um über den eigenen Tellerrand zu schauen, was sie aber nicht daran hindert davon auszugehen, dass die Welt ausserhalb des Tellerrands ihr Eigentum ist, mit dem sie tun und lassen können, was sie wollen.

Diese ihre Sichtweise zu ändern dürfte gar nicht so einfach werden. Denn sie leben in einem System der selbstgebastelten Welten – und davon gibt es viele, verstreut über den gesamten Globus. Potenziert wird das Dilemma dadurch, dass diese Welten ineinander verschachtelt sind und dass es immer nützliche Idioten gibt, die den Erbauern dieser Welten die Steigbügel halten und sie hofieren, weil sie sich einen Vorteil, ein paar Krümel vom großen Kuchen, versprechen.
Die nützlichen Idioten auf allen Ebenen des Systems haben meist selbst gebastelte Welten, deren Motivationen, Werte und Ziele aber von den selbstgebastelten Welten der Herren, denen sie dienen, indoktriniert sind.

Zum Beispiel von der globalen Finanzindustrie. Diese bemerkenswerteste aller selbstgebastelten Welten hat zwar überhaupt nichts mit der Realität zu tun, dient aber als das Maß aller Dinge. In der Neoklassischen Wirtschaftstheorie, also der Theorie, der ungefähr seit den 70ern gefolgt wird, gibt es eine Trennung der Gesamtwirtschaft in einen realen und einen monetären Sektor. Darauf haben sowohl John Maynard Keynes wie auch Karl Marx aus gutem Grund verzichtet. Diese Theorie wird der Realität nämlich nicht gerecht.

Die ganzen verschiedenen Krisen werden Konsequenzen haben. Sie sind nämlich gerade dabei sich zu einer allumfassenden Superkrise aufzutürmen. Vielleicht würde eine Verbindung aus der Forderung Sahra Wagenknechts und dem Hinweis Wolf Lotters auf die Handlungsmechanismen Auswege aus dem globalen Dilemma aufzeigen. Die Zeichen der Zeit zeigen allerdings mehr auf ein erneutes Tal voll Blut und Tränen, als auf einen Sieg der Vernunft.

Wahrscheinlich braucht es erst einen Zusammenbruch des gesamten Systems, damit die gebastelten Welten von ihren Erbauern verlassen werden und die Vernunft – dann wiedereinmal unter größten Schmerzen geboren – das Zepter in der Realität übernehmen kann.

Thema: Allgemein | Kommentare (1) | Autor: Olaf Sander

Für die Zeit danach…

Freitag, 7. Mai 2010 0:48 | Autor: Olaf Sander

Da hat die frisch geschmiedete “Eiserne Lady” ja wieder mal eine Losung losgelassen. Wie Arno sagt, hat die Zeit gesagt, dass unser aller Kanzlerin Angela Merkel sagt:

“Das Primat der Politik gegenüber den Finanzmärkten muss wieder hergestellt werden”

Na das ist doch mal eine Idee. Zwar nicht konkret, aber immerhin. Für Angela Merkel ist das schon erstaunlich greifbar. Zu fürchten ist allerdings nur, dass das mit ihren Untergebenen – Entschuldigung – mit den Abgeordneten, nicht zu machen ist. Denn die sind nicht in die Politik gegangen, um die Welt zu verbessern. Höchstens, um sie zu erleichtern.

Dieter Althaus, CDU. Der unaufmerksame Skifahrer ist nach seinem Abflug als Ministerpräsident Thüringens als Manager bei Magna untergekommen.

Joschka Fischer, Bündnis 90/Die Grünen. Der Ex-Außenminister berät heute so nachhaltige Unternehmen wie Siemens, BMW und unter anderem auch RWE beim Bau der Nabucco-Pipeline (Erdgas-Pipeline von der Türkei nach Österreich).

Wolfgang Clement, SPD. Aufsichtsrat von RWE Power. Berät Adecco und das Medienhaus DuMont Schauberg. Geht mittags manchmal mit Joschka Fischer essen. Selbstverständlich ökologisch.

Friedrich Merz, CDU. Ist Mitglied in mehreren Aufsichtsräten, Partner einer großen Wirtschaftskanzlei und sitzt im Verwaltungsrat der Bank HSBC Trinkaus.

Rezzo Schlauch, Bündnis 90/Die Grünen. Herr Schlauch steht scheinbar auf selbigen. Wie sonst ist es zu erklären, dass er im Beirat des Energieunternehmens EnBW sitzt, welches mehrere Atomkraftwerke betreibt?

Marianne Tritz, Bündnis 90/Die Grünen. Frau Tritz fördert seit 2008 als Geschäftsführerin des Deutschen Zigarettenverbandes die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen in der Gesundheitsindustrie.

Matthias Wissmann, CDU. War mal Verkehrsminister und ist jetzt der Präsi beim Verband der Automobilindustrie (VDA). Folgt dem Motto: Freie Fahrt für freie Politiker!

Gerhard Schröder, SPD. Seit 2006 ist der Ex-Kanzler Aufsichtsratschef des Pipeline-Konsortiums NGEP, welches die Ostseepipeline betreiben soll. An diesem veritablen Unterfangen, nämlich im hochsensiblen Ökosystem Ostsee lustige Gasblasen zu blubbern, sind Gazprom, BASF und Eon beteiligt. BP macht gerade im Golf von Mexico vor wie das funktioniert. Nur nicht mit Gas, sondern mit Öl.

Btw. Schröder hat das Geschäft mit Gazprom kurz vor der Bundestagswahl 2005 eingefädelt. Zwischen der Schröderschen Wahlniederlage, aber noch vor dem Ende seiner Amtszeit, liegt die Übernahme einer staatliche Bürgschaft für einen Kredit bei der KfW und der Deutsche Bank AG in Höhe von 1 Mrd. Euro für Gazprom.

Quelle: Handelsblatt

Thema: Politik, Satire, Umwelt, Wirtschaft | Kommentare (3) | Autor: Olaf Sander