Hollywood macht China putt

Dienstag, 19. Januar 2010 15:54 | Autor: Olaf Sander

Vorweg; ich habe ihn nicht gesehen. Ich werde ihn mir wohl auch nicht anschauen, selbst dann nicht, wenn ich eine Einladung zum anschauen bekäme. Denn er kommt aus Hollywood, Los Angeles, und nur selten kommt einer der was taugt von dort.

“Avatar – Aufbruch nach Pandora” ist der neueste noch nie dagewesene Schinken, der derzeit durch die Kinos gepeitscht wird. Neu daran ist, dass er in 3D daher kommt.
Als Kind habe ich auch schonmal einen 3D-Film gesehen. In der DDR. Wir bekamen damals so lustige Pappbrillen, mit unterschiedlich farbigen Gläsern. Also genauso wie heute, nur noch uncooler.

Die Infos über den Film bei Tante Wiki reichen mir, um zu wissen, dass ich nicht wirklich etwas verpasse. Das aber die Handlung von “Avatar” in China die Politik verwirrt, ist geradezu lustig. Die Chinesen nämlich, sehen in dem Vertreibungszenario vor allem sich selbst, denn sehr viele von ihnen wurden und werden im Namen des Fortschritts auch vertrieben – ohne wenn und aber und ohne Entschädigung, genau so, wie in diesem Film.

Weil der Film die Befindlichkeiten der Volks-Chinesen spiegelt und nicht die Vorstellung der Regierung, rennt das Publikum den großen Kinos die Türen ein. Das ausgerechnet ein Streifen aus Hollywood die Stimmung im Land verhageln könnte, scheinen die Strategen und Zensoren im Ex-Reich der Mitte nicht gedacht zu haben – weshalb sie jetzt “Avatar” schnell mit einem politisch korrekten Schinken aus eigener Produktion, nämlich einer Filmbiografie über Konfuzius, ersetzen.

Wenn man Konfuzius zur Causa noch befragen könnte, dann bin ich mir sicher, würde er bestimmt antworten:

Der Wunsch nach Freiheit ist wie das Wasser. Er findet immer einen Weg. Und wenn es sein muss, auch durch Hollywood.

Autor: Olaf Sander
Datum: Dienstag, 19. Januar 2010 15:54
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