Hungerstreik und andere Kleinigkeiten
Freitag, 12. Februar 2010 19:18
Dieser Artikel braucht Zeit. Ich bitte euch, dass ihr sie euch nehmt und bedanke mich schon einmal recht herzlich dafür.
Natürlich geht es schon wieder um Flüchtlinge und um den Umgang unserer Gesellschaft mit ihnen. Ich will mich kurz fassen, weil es genug zu lesen und zu hören gibt.
1.
In Niederbayern protestieren in einem Lager eingesperrte Flüchtlinge mit einem Hungerstreik gegen ihre menschenunwürdige Unterbringung, Arbeitsverbot, die Entmündigung durch Essenspakete und nicht zuletzt gegen das Verbot, den Landkreis zu verlassen (Achtung! An dieser Stelle besteht die Gefahr eines Déjà-vu.)
Das tun sie jetzt, gerade und genau in diesem Moment.
Ein Artikel von Stefan Aigner von regensburg-digital.de: “Hungerstreik und andere Kleinigkeiten”
Hier könnt ihr eine Petition für die Hungerstreikenden unterzeichen.
2.
Stellt euch vor, ihr bekommt 1,91 Euro Taschengeld. Pro Woche.
Stellt euch weiter vor, ihr habt keinen Pass, keiner will euch haben/ kennen.
Stellt euch noch weiter vor, ihr müsst jetzt nachweisen, woher ihr kommt.
Und jetzt stellt euch noch vor, ihr würdet nun zu 600 Euro Strafe verurteilt werden, weil:
Der Tatvorwurf: Mein Mandant habe keine zumutbaren Anstrengungen unternommen, um im Rahmen seiner, so wörtlich “Mitwirkungs- und Initiatvipflicht die Feststellungen der sierreleonischen Botschaft zu widerlegen und insoweit die für eine Abschiebung erforderliche Passbeschaffung zu fördern”
Die ganze Story gibt es in Udo Vetters lawblog zu lesen. “Die eigene Abschiebung nicht gefördert”
3.
Last but not least, zwei wirklich hörenswerte Podcasts, die ich euch nur allerwärmstens empfehlen kann.
Das Schweizer Radio DRS gibt in einer sehr guten Radioreportage einen guten Überblick über die verschiedenen Orte, Menschen und Maßnahmen gegen die Flüchtlinge am Mittelmeer. Es ist gut möglich, dass ihr am Ende ein Gefühl der Wut
und oder Ohnmacht verspürt.
Fehlende Strategien für die Flüchtlinge am Mittelmeer
(Zuerst veröffentlicht: 22. August 2009, 09:08 Uhr, DRS 2, Länge: 30:00 Minuten)
Ein anderer Beitrag kommt von “Deutsche Welle”. Es ist ein Interview mit Elias Bierdel, der sich zur Recht über den Schandprozess an sieben tunesischen Fischern echauffiert, die dafür verurteilt werden, weil sie 44 Flüchtlingen das Leben retteten.
(Elias Bierdel von “borderline europe” im Interview
(Zuerst veröffentlicht: 2010, Deutsche Welle, Länge: 05:33 Minuten)
Thema: Medien, Politik, Zukunftspläne | Kommentare (4) | Autor: Olaf Sander

